Olympiaturnier: Prominente Abwesende

tobi-redaktionTobi
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Die Spiele der XXXII. Olympiade in Tokio werden am kommenden Freitag offiziell eröffnet. Dem Tennisturnier im Zeichen der fünf Ringe kommt allerdings jede Menge Starpower abhanden. So befinden sich Rafael Nadal, Roger Federer und Serena Williams unter den prominenten Abwesenden. Doch warum verzichten derart viele Spitzenspieler auf ihre Teilnahmen?

20 Absagen unter Top 25 von WTA und ATP

Dem olympischen Tennisturnier von Tokio 2020 geht schon vor Entzünden des Feuers einiges an Strahlkraft verloren. Ein Star nach dem anderen sagt sein Antreten ab. Nach aktuellem Stand fehlen aus den Top 25 der beiden Profitouren WTA und ATP sieben Damen und 13 Herren.

Naomi Osaka

Heimspiel für Osaka: nach ihrem Rückzug von den French Open und der Wimbledon-Absage hofft sie auf Olympia-Gold.

Während im Frauen-Einzelbewerb ein Goldduell zwischen der Weltranglistenersten Ashleigh Barty und Lokalmatadorin Naomi Ōsaka erwartet wird, ist der auf den Golden Slam schielende Novak Djoković haushoher Favorit im Männerfeld. Und auch Alexander Zverevs Chancen auf olympisches Edelmetall dürften durch den ausgedünnten Raster erheblich gestiegen sein.

Turnier hat in der Szene geringen Stellenwert

Verletzungen, die Corona-Pandemie oder persönliche Gründe werden bei den zahlreichen Absagen oft vorgeschoben. Doch tatsächlich hat Tennis, das erst 1988 in Seoul nach 64 Jahren wieder ins olympische Programm aufgenommen wurde, beim größten Sportfest der Welt keine große Tradition.

infoDoch warum ist der Stellenwert des olympischen Turniers so gering? In einem Multimillionen-Dollar-Geschäft benötigen die Akteure schlicht die Plattform Olympia nicht. Jedes Grand-Slam-Turnier hat für die Profis mehr Bedeutung als die im Vierjahres-Rhythmus stattfindende Medaillenjagd, bei der andere Disziplinen im öffentlichen Fokus stehen.

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In Verbindung mit der weiten Anreise und der Pandemie befindet sich folgerichtig überaus viel Prominenz auf der hier angeführten Liste qualifizierter Spielerinnen und Spieler, die auf einen Start in Tokio verzichten:

DAMEN

  1. Sofia Kenin (WTA Nr. 4)
  2. Bianca Andreescu (WTA Nr. 5)
  3. Simona Halep (WTA Nr. 10)
  4. Viktoria Asarenka (WTA Nr. 14)
  5. Serena Williams (WTA Nr. 16)
  6. Angelique Kerber (WTA Nr. 22)
  7. Cori Gauff (WTA Nr. 25)
  8. Madison Keys (WTA Nr. 26)
  9. Daria Kasatkina (WTA Nr. 31)
  10. Petra Martić (WTA Nr. 32)
  11. Sorana Cîrstea (WTA Nr. 39)
  12. Johanna Konta (WTA Nr. 40)
  13. Jil Teichmann (WTA Nr. 55)

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Sofia Kenin (WTA Nr. 4)

Die Australian-Open-Siegerin 2020, die im Februar noch bestätigt hatte, unbedingt nach Japan reisen zu wollen, begründete ihre Absage nach ihrer Wimbledon-Auftaktniederlage damit, wegen der Pandemie weder Freunde noch Familie mitnehmen zu dürfen.

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Bianca Andreescu (WTA Nr. 5)

Vergangene Woche erklärte der US-Open Champion 2020, dass bei allen Herausforderungen, die Corona mit sich bringe, sie im tiefsten Inneren zur Überzeugung gekommen sei, für sie persönlich die richtige Entscheidung getroffen zu haben.


Das Statement der Kanadierin auf Instagram.

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Simona Halep (WTA Nr. 10)

Die Rumänin hatte an sich beabsichtigt, in Tokio um olympisches Gold zu spielen, musste ihre Nennung aber aufgrund einer Wadenverletzung, die bereits ein Antreten in Roland Garros und Wimbledon verhindert hatte, zurückziehen.

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Viktoria Asarenka (WTA Nr. 14)

Die Weißrussin, 2012 in London mit Gold im Mixed und Bronze im Doppel dekoriert, will sich das Zusammentreffen der Welt in Tokio in Corona-Zeiten ebenfalls nicht antun, freut sich aber darauf, ihr Land bei den Spielen 2024 in Paris zu vertreten, wie sie per Pressemeldung verkündet.

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Serena Williams (WTA Nr. 16)

Die viermalige Olympiasiegerin sprach in Wimbledon von gleich mehreren Gründen, die sie zu einer Absage bewogen, wollte auf ihre Motive aber vorerst nicht im Detail eingehen.

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Angelique Kerber (WTA Nr. 22)

Die Silbermedaillengewinnerin von Rio 2016, die sich mit dem Turniersieg in Bad Homburg und dem Einzug in Wimbledon-Semifinale im Aufschwung befindet, wollte in Tokio ursprünglich in Einzel und Doppel antreten. Nun reklamierte die Kielerin, dass ihr Körper nach den Strapazen der letzten Wochen dringend Ruhe benötige.


Wie Andreescu verkündet auch Kerber ihre Entscheidung auf Instagram.

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Cori Gauff (WTA Nr. 25)

Die 17-Jährige wäre die jüngste Teilnehmerin an einem olympischen Tennisturnier seit dem damals 16 Lenze zählenden Mario Ančić in Sydney 2000, doch verhindert ein positiver Covid-19-Test ihren Start.

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Madison Keys (WTA Nr. 26)

Die Amerikanerin wäre für ihre Landsfrauen Kenin und Williams nachgerückt, doch auch ihr ist die globale Gesundheitslage zu labil.

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Daria Kasatkina (WTA Nr. 31)

Die Russin brachte den dichten Turnierkalender in einem ohnehin komplizierten Jahr als Einwand.

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Petra Martić (WTA Nr. 32)

Die Kroatin zählte zu den ersten Spielerinnen, die ihren Verzicht auf eine Teilnahme bekanntgaben, näheren Grund nannte sie keinen.

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Sorana Cîrstea (WTA Nr. 39)

Ein Muskelfaserriss verhindert ein Antreten der Rumänin.

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Johanna Konta (WTA Nr. 40)

Die Britin führte an, nach ihre Covid-19-Erkrankung nicht genügend Zeit zur Regeneration zu haben.

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Jil Teichmann (WTA Nr. 55)

Anhaltende Verletzungen in schwierigen Zeiten bewogen die Schweizerin dazu, den Spielen fernzubleiben.

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HERREN

  1. Rafael Nadal (ATP Nr. 3)
  2. Dominic Thiem (ATP Nr. 6)
  3. Matteo Berrettini (ATP Nr. 8)
  4. Roger Federer (ATP Nr. 9)
  5. Denis Shapovalov (ATP Nr. 10)
  6. Casper Ruud (ATP Nr. 14)
  7. Roberto Bautista Agut (ATP Nr. 16)
  8. Alex de Minaur (ATP Nr. 17)
  9. Cristian Garín (ATP Nr. 19)
  10. David Goffin (ATP Nr. 20)
  11. Grigor Dimitrov (ATP Nr. 21)
  12. Milos Raonic (ATP Nr. 22)
  13. Jannik Sinner (ATP Nr. 23)
  14. Dan Evans (ATP Nr. 27)
  15. Stan Wawrinka (ATP Nr. 29)
  16. Borna Ćorić (ATP Nr. 33)
  17. Filip Krajinović (ATP Nr. 34)
  18. Taylor Fritz (ATP Nr. 37)
  19. John Isner (ATP Nr. 39)
  20. Adrian Mannarino (ATP Nr. 41)
  21. Dušan Lajović (ATP Nr. 45)
  22. Federico Delbonis (ATP Nr. 46)
  23. Sebastian Korda (ATP Nr. 47)
  24. Benoît Paire (ATP Nr. 49)
  25. Lloyd Harris (ATP Nr. 51)
  26. Nick Kyrgios (ATP Nr. 56)
  27. Richard Gasquet (ATP Nr. 59)
  28. Vasek Pospisil (ATP Nr. 60)
  29. Guido Pella (ATP Nr. 76)

Rafael Nadal (ATP Nr. 3)

Einzel-Gold holte sich der Spanier in Peking 2008, den Doppel-Olympiasieg 2016 in Rio. Den Trip nach Japan spart sich der 20-fache Grand-Slam-Champion aber, der seit den French Open kein Turnier mehr bestritten hat. Sein Tour-Comeback bestreitet der 35-Jährige Anfang August in Washington.


In mehreren Twitter Postings erklärt Nadal, warum er sich gegen die Teilnahme in Wimbledon und Tokio entschieden hat.

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Dominic Thiem (ATP Nr. 6)

Der amtierende US-Open-Sieger laboriert an einer auf Mallorca zugezogenen Handgelenksverletzung, seinen Olympia-Verzicht hatte der Österreicher aufgrund der nicht abreißenden Formschwäche aber schon zuvor erklärt.

Keine Planungssicherheit und fehlende Form: Bereits vor seiner Verletzung in Mallorca hat der Österreicher seine Entscheidung bekannt gemacht.

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Matteo Berrettini (ATP Nr. 8)

Der Wimbledon-Finalist zeigte sich am vergangenen Sonntag enttäuscht, die italienischen Farben bei den Olympischen Spielen wegen einer Muskelverletzung nicht repräsentieren zu können.

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Roger Federer (ATP Nr. 9)

olympia tokioEin Olympiastart stand auf den Turnierplan des im Pekinger Doppelbewerb 2008 vergoldeten Maestro, doch das operierte Knie wurde in Wimbledon zu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Zur US-Hardcourt-Saison plant der Schweizer ein Comeback.

„During the grass court season, I unfortunately experienced a setback with my knee, and have accepted that I must withdraw from the Tokyo Olympic Games."
– Roger Federer auf Twitter.

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Denis Shapovalov (ATP Nr. 10)

Das im Daviscup für Kanada stets zu Höchstleistungen fähige Energiebündel vermeldete, sich und seinen Betreuerstab aufgrund der aktuellen Corona-Situation schützen zu wollen.

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Casper Ruud (ATP Nr. 14)

Der norwegische Aufsteiger führt ebenfalls die Umstände, unter denen die Spiele in diesem Jahr in Szene gehen, als Grund für seine Absage an, erklärte aber zugleich, in Zukunft unbedingt im Zeichen der Ringe aufschlagen zu wollen.

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Roberto Bautista Agut (ATP Nr. 16)

Er wolle in einer physisch und mental auslaugenden Spielzeit die richtige Balance finden und deshalb die lange Reise nach Japan nicht antreten, gab der Spanier bereits Mitte Juni bekannt. Stattdessen tritt der 33-Jährige beim zeitgleich stattfindenden ATP-Turnier in Kitzbühel an.

„Wir freuen uns wahnsinnig über die Zusage eines Mannes, der in Tokio theoretisch auch um Medaillen hätte spielen können."
– In Kitzbühel wird die Entscheidung des Spaniers natürlich freudig aufgenommen. Mit angekündigt ist auch die Familie des Tennisstars.

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Alex de Minaur (ATP Nr. 17)

Der Rückzug des Australiers letzte Woche geschah nicht freiwillig, sondern beruhte auf einen positiven Covid-19-Test.

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Cristian Garín (ATP Nr. 19)

Der Chilene nahm sich bei der Begründung für seinen Olympia-Verzicht kein Blatt vor dem Mund. Die Bedingungen würden nicht zulassen, den wahren Geist der Olympischen Spiele zu erleben, so der fünfmalige ATP-Titelträger.

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David Goffin (ATP Nr. 20)

Der Belgier war fest entschlossen, auch unter den herrschenden Vorzeichen am Olympiaturnier teilzunehmen, eine Knöchelverletzung machte ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung.

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Grigor Dimitrov (ATP Nr. 21)

Der eine durchwachsene Saison erlebende Olympia-Veteran gesteht, dass die Spiele in Tokio nie auf seiner Agenda standen.

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Milos Raonic (ATP Nr. 22)

Hatte er seinen Startverzicht in Rio 2016 noch mit dem damals grassierenden Zika-Virus begründet, so muss der schon längere Zeit ausgefallene Kanadier diesmal wegen hartnäckiger Verletzungen passen.

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Jannik Sinner (ATP Nr. 23)

Er spiele derzeit nicht sein gesamtes Potenzial aus, meint der Südtiroler, der hartes Training gegenüber olympischen Würden vorzieht.

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Dan Evans (ATP Nr. 27)

Auch der Engländer zählt zu den über eine Covid-19-Infektion gestolperten Spielern.

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Stan Wawrinka (ATP Nr. 29)

Die Nachwehen eine Operation am linken Fuß werden den Schweizer noch länger von den Turnierplätzen fernhalten.

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Borna Ćorić (ATP Nr. 33)

Der Kroate musste sich im Mai einer Schulter-Operation unterziehen.

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Filip Krajinović (ATP Nr. 34)

Der Hamburg-Finalist spielt zeitgleich in Europa auf Sand, ihm ist die Gesundheitslage in Japan zu instabil.

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Taylor Fritz (ATP Nr. 37)

Der Amerikaner schlägt sich lieber in Los Cabos und Atlanta für die US Open ein.

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John Isner (ATP Nr. 39)

Olympische Spiele hätten in dieser Phase seiner Karriere keine Priorität mehr, sagt der US-Routinier.

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Adrian Mannarino (ATP Nr. 41)

Er wolle seine Gesundheit nicht aufs Spiel setzen, erklärte der Franzose noch vor seiner in Wimbledon erlittenen Knieverletzung.

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Dušan Lajović (ATP Nr. 45)

Der Serbe hält es genauso wie Landsmann Krajinović.

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Federico Delbonis (ATP Nr. 46)

Aufgrund der strengen Restriktionen vor Ort will der Argentinier lieber Tour-Tennis spielen.

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Sebastian Korda (ATP Nr. 47)

Während seine Schwestern Nelly und Jessica zu den Favoritinnen beim olympischen Golfturnier zählen, will sich das Nesthäkchen der Sportfamilie auf Tour-Events konzentrieren.

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Benoît Paire (ATP Nr. 49)

Der französische Bad Boy wurde vom nationalen Verband wegen „zutiefst unangemessenen Verhaltens" von den Spielen ausgeschlossen.

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Lloyd Harris (ATP Nr. 51)

Der Reisestress von Europa über Asien nach Amerika würde ihn zu viel Substanz kosten, betont der Südafrikaner.

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Nick Kyrgios (ATP Nr. 56)

Der australische Flegel will nicht vor leeren Zuschauerrängen spielen.

„Der Gedanke, vor leeren Stadien zu spielen, fühlt sich für mich einfach nicht richtig an und hat es nie."
– Nick Kyrgios über die Gründe seiner Absage.

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Richard Gasquet (ATP Nr. 59)

Der französische Veteran hat aufgrund der hohen Inzidenzzahlen in Japan Bedenken.

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Vasek Pospisil (ATP Nr. 60)

Der kanadische Tennis-Gewerkschafter zählt eine ganze Reihe von Gründen auf, inklusive einer überreizten Schulter.

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Guido Pella (ATP Nr. 76)

Terminprobleme lautet die Begründung des Argentiniers.

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Autor: Tobi
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