Nach Turnier-Aus: Tennis-Profis rechnen mit Australian Open ab

dani-autor-portraitDani
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Verwöhnte Tennisprofis oder berechtigte Kritik? Die Beschwerden über die Turnierorganisation bei den Australian Open haben einen neuen Höhepunkt erreicht: Nach dem frühen Aus klagen sowohl Victoria Azarenka als auch Benoît Paire über die Bedingungen, unter denen sie spielen mussten. Vor allem der Franzose findet harte Worte für die Veranstalter.

Strikte Quarantäne mit Trainingsverbot

Die Weißrussin schied bereits in der ersten Runde aus dem Turnier, weil sie während des Spiels mit Atemnot zu kämpfen hatte. Die Ursache dafür sieht die 31-jährige unter anderem in der strikten Quarantäne, der sie sich im Vorfeld des Turniers auf Anordnung der Gesundheitsbehörden unterwerfen musste.

Wegen eines Covid-Falls auf ihrem Charterflug nach Australien hatte sie für zwei Wochen ihr Hotelzimmer nicht verlassen dürfen, auch nicht, um zu trainieren. Während andere Spieler, die nicht in einer der insgesamt drei betroffenen Maschine waren, sich nur in Isolation begeben mussten und täglich fünf Stunden zur Vorbereitung auf den Platz durften.

„Was I feeling prepared fully? No.“
– Azarenka äußert sich in der Pressekonferenz über ihr Scheitern im Spiel gegen Jessica Pegula in der ersten Runde der Australian Open.

Zu den von der Quarantäne Betroffenen zählten auch Angelique Kerber und Bianca Andreescu, die es ebenfalls nicht über die erste beziehungsweise zweite Runde der Australian Open hinaus geschafft haben, sowie Julia Putinzewa. Die russische Tennisspielerin sorgte für Aufsehen, da sie aus der Quarantäne ein Foto von sich auf Instagram veröffentlichte, auf dem sie einen Pappkarton hält mit der Aufschrift „We need fresh air to breathe“. Im Begleittext beklagte sie, dass sich die Hotelzimmerfenster nicht öffnen ließen.

julia-putinzewa-australian-open-2021-quarantineDer Instagram-Post von Tennis-Ass Julia Putinzewa aus der Quarantäne in Melbourne. MehrWeniger

Auch Novak Djokovic, der nicht in Melbourne sondern Adelaide untergebracht war, forderte von den Behörden, die Auflagen zu lockern. Anders als Kerber & Co ist der Weltranglistenerste bisher unbeschadet durch das Turnier gekommen. Für ihn wie auch für die beiden anderen der Top-3 der Welt – Nadal und Thiem – dürften sich Quarantäne und Isolation ohnehin etwas anders gestaltet haben.

Sie hatten ihr Quartier abseits der Metropole, wo sie, so lautet der Vorwurf, deutlich bessere Trainingsbedingungen vorgefunden haben sollen. Zu dieser Ungleichbehandlung äußerten sich viele Tennisstars, unter anderem auch der Deutsche Alexander Zverev: “Die Spieler in Adelaide hatten mehr Trainingszeiten und mehr Freiheiten als die in Melbourne.”

Training in der Quarantäne: Diese Bilder der Stars, die das beste aus der Situation zu machen versuchen, gingen um die Welt.


Benoît Paire über Australian Open: „beschämend“ und „Mist“

Anders als Azarenka, die ihre Probleme im Match nicht allein an den Quarantänebedingungen festmachen möchte, rechnet der Franzose Benoît Paire nach seinem Ausscheiden mit den Australian Open ab. Er konstatierte, mit seinem spielerischen Niveau zufrieden gewesen zu sein, „aber dieses Turnier ist wirklich Mist.“

„Ich finde es scheiße, und was passiert ist, ist beschämend.“
– Benoît Paire über die Ungleichbehandlungen während der Quarantäne und Isolation. Er sieht die Veranstalter in der Mit-Schuld an seiner Performance bei den Australian Open.

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Autor: Dani
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