Der Rekord, den Nadal niemals knacken wird

tobi-autor-portraitTobi
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Man mag es kaum glauben, doch in einer Ranking-Kategorie auf roter Asche liegt der unumstrittene Sandplatzkönig abgeschlagen auf Platz drei. Aussichten, den Rekord zu knacken: mau! Dennoch deutet alles darauf hin, dass sich Rafael Nadal in Roland Garros zum höchstdekorierten Tennisprofi aller Zeiten krönt – vorläufig jedenfalls.

In Paris kaum zu bezwingen

Am Sonntag beginnt Rafael Nadals Jagd auf seinen 14. Titel bei den French Open. Der neuerliche Turniersieg würde ihn zum alleinigen Rekordhalter bei Grand Slams hieven. Bisher feierten der Spanier und der Schweizer Roger Federer jeweils 20 Major-Triumphe, der Serbe Novak Djoković folgt mit 18 Erfolgen dicht dahinter.

Vor allem gilt Nadal aber als unumstrittener Sandplatzkönig. Der 34-Jährige gewann nicht nur 100 von 102 gespielten Matches in Roland Garros, von seinen 87 Turniersiegen auf der ATP Tour holte er 62 auf roter Asche.

rafael-nadal-atp-monte-carlo-1024x683Rafael Nadal – hier auf roter Asche von Monte Carlo.MehrWeniger

Große Momente bei großen Turnieren

pokalAuf den großen Sandbühnen fühlt sich Nadal offenbar besonders wohl. Neben den 13 Pokalen, die er gen Pariser Himmel stemmen durfte, errang der Mallorquiner bei den drei Masters-Events auf körnigem Untergrund in Monte Carlo, Madrid und Rom insgesamt 26 Turniersiege, dazu konnte er sich ein Dutzend Mal zum Champion des 500ers in Barcelona krönen.

Die beeindruckenden Leistungen lassen eigentlich darauf schließen, dass Nadal sämtliche Statistiken auf Sand anführen sollte. Stimmt auch – zumindest beinahe. Denn von einem Rekord ist er noch weit entfernt. Und diesen wird der Mann aus Manacor vor seinem Karriereende wohl auch kaum mehr knacken.

Auf Guillermo Vilas fehlen 222 Siege

Beachtliche 459 Partien auf seinem liebsten Terrain gewann Rafael Nadal bislang in seiner Laufbahn. Der Sandplatz-Bilanz eines gewissen Guillermo Vilas halten diese Zahlen allerdings nicht annähernd stand. In den Siebziger- und Achtziger-Jahren bejubelte der legendäre Argentinier unfassbare 681 Siege auf diesem Belag, in der gleichen Ära hatte Nadals Landsmann Manuel Orantes 569 Partien auf roter Asche gewonnen.

hinweis ausrufezeichenNadal, der am 3. Juni sein 35. Wiegenfest zelebriert, müsste daher noch mindestens sechs Jahre spielen und in jeder Saison 30 bis 40 Matches auf Sand gewinnen, um sich an die Spitze der ewigen Bestenliste zu setzen – selbst für ein Asche-Phänomen seines Kalibers eine nahezu unmögliche Mission. Orantes noch einzufangen und wenigstens das spanische Ranking anzuführen, scheint allerdings ein durchaus realistisches Ziel zu sein.

In 20 Jahren nur 42 Sandplatz-Niederlagen

Dass Nadal auch im reiferen Alter zu Großtaten fähig ist, stellte er nicht nur mit seinem herbstlichen Titelgewinn 2020 in Paris unter Beweis, als er durch das Turnier am Bois de Boulogne ohne einen einzigen Satzverlust fegte. Auch bei seinem zehnten Triumph im römischen Foro Italico, dem letzten bedeutenden Test vor Roland Garros, sendete die aktuelle Nummer drei der Welt eine klare Botschaft an alle Zweifler.

Und nimmt man die Statistik genauer unter die Lupe, kann ohnehin niemand Nadal das Wasser reichen. Lediglich acht Finals auf Sand verlor der Linkshänder in seiner Karriere, insgesamt machte er in seinen 20 Profijahren in nur 42 Matches auf roter Asche nicht den letzten Punkt. An seine schier utopische Siegquote von 91,6 Prozent auf rutschigem Staubboden kommt also kein Star von einst und jetzt nur annähernd heran.

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Autor: Tobi
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