Roland Garros: Das Leistungsbarometer der Saisonbesten

tobi-autor-portraitTobi
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Der Sandplatz-Frühling neigt sich seinem Höhepunkt zu, die Topstars bringen sich für die French Open in Stellung. Doch wer darf tatsächlich vom Paris-Titel träumen, wen können Wettfreunde auf ihrem Tippschein hingegen vernachlässigen? Eine Analyse der brennendsten Fragen vor Turnierstart.

Die Fragen im Überblick

  1. Hat sich Alexander Zverev als Geheimtipp positioniert?
  2. Reiht sich Matteo Berrettini in die Liste der Herausforderer ein?
  3. Gilt Rafael Nadal überhaupt noch als Topfavorit?
  4. Übernimmt die Next Gen jetzt das Kommando?
  5. Soll man Daniil Medvedev auf Sand abschreiben?
  6. Ist Daryna Sabalenka jene Spielerin, die es zu schlagen gilt?
  7. Geht Ashleigh Barty endlich als echte Nummer eins durch?
  8. Gelingt Naomi Ōsaka der Durchbruch auf Sand?

Hat sich Alexander Zverev als Geheimtipp positioniert?

Zverev gewinnt die French Open
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JA. Den Hamburger als Favoriten zu bezeichnen, wäre vielleicht zu weit gegriffen. Mit seinem 15. ATP-Pokal erreicht Sascha Zverev in Madrid nach zwei eher komplizierten Monaten aber gerade zur rechten Zeit seine Topform. Im Anschluss an den Turniersieg von Acapulco hatte der 24-Jährige nicht zuletzt wegen Ellenbogenbeschwerden nur zwei Matches bei drei Events gewonnen.

hinweis ausrufezeichenIn der spanischen Hauptstadt feierte das erfolgreichste Mitglied der Next Gen, das immerhin 40 Prozent seiner Titel auf roter Asche holte, bereits den vierten Masters-Triumph. Und sowohl Rafael Nadal als auch Dominic Thiem innerhalb weniger Stunden in zwei glatten Sätzen auf Sand zu biegen, stellt für keinen Spieler auf der Welt eine Selbstverständlichkeit dar.

Freilich kann man argumentieren, dass der Spanier nach der emotionalen Woche in Barcelona müde war und der Österreicher ein Comeback nach einer zweimonatigen Turnierpause gab. Und schließlich geriet Zverev im Finale gegen Matteo Berrettini selbst phasenweise in Schwierigkeiten, die Revanche gegen Nadal in Rom verlor Deutschlands Nummer eins. Dennoch: Sobald er seine physischen und persönlichen Störfaktoren beiseite legt, ist mit dem aktuell Fünftplatzierten im Race to London überall zu rechnen.

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Reiht sich Matteo Berrettini in die Liste der Herausforderer ein?

NEIN. Der 25-Jährige stellte mit dem Turniersieg in Belgrad und dem Finale von Madrid unter Beweis, welch verkannter Sandwühler er ist. Zwar scheint sein Spielstil eher mit schnelleren Belägen kompatibel zu sein, doch fließt in den Adern eines jeden Italieners rote Asche. Sein gefürchteter Vorhand-Spin richtet auf diesem Untergrund enormen Schaden an, drei seiner vier Titel feierte der Koloss von Rom auf Sand.

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Berrettini gewinnt die French Open:
50,0
50,0
51,0
48,0
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Wie sein Madrider Semifinal-Opfer Casper Ruud stellt Matteo Berrettini in Paris für jeden Gegner eine unangenehme Aufgabe dar. Vom Erreichen der zweiten Grand-Slam-Woche bis zum Finale ist es allerdings ein weiter Weg. Und im Showdown von Madrid, wo im Gegensatz zu Paris nur im Best-ofThree-Format gespielt wird, kam mangelndes Stehvermögen zum Vorschein. Zudem wird sich das beim 95-Kilo-Kraftpaket bei den etwas langsameren Bedingungen in Roland Garros kaum im gleichen Maße auf sein Monster-Aufschlag verlassen können, wie sich auch beim römischen Heimspiel zeigte.

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Gilt Rafael Nadal überhaupt noch als Topfavorit?

Nadal gewinnt die French Open
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JA. Dass ihm das Viertelfinal-Aus in Madrid die alleinige Favoritenrolle wegnehmen soll, konnte der Mallorquiner nur eine Woche später in Rom eindrucksvoll revidieren. Seit 16 Jahren hat man vor Roland Garros versucht, Kritikpunkte an Rafael Nadal zu finden. Und seit 16 Jahren gewinnt er so ziemlich jede Auflage. Klar wird seine Regentschaft irgendwann ein Ende nehmen. Konkrete Hinweise darauf, dass es in dieser Saison passiert, gibt es allerdings nicht.

Der 34-Jährige hat schon lange das Monopol verloren, alle drei ATP1000-Sandplatz-Events vor Paris zu dominieren, zuletzt gelang ihm der Hattrick 2010. Gestolpert ist er danach vorwiegend in Madrid, wo die Höhenlage bekanntlich nicht für den 20-fachen Grand-Slam-Champion spricht. In diesem Frühling beendete Andrej Rublew Nadals Monte-Carlo-Aufenthalt nach dem Viertelfinale, doch kehrte der Linkshänder im Fürstentum aus einer längeren Pause zurück auf die Tour.

Der zwölfte Triumph in Barcelona und der zehnte Titel in Rom könnten ihm jedenfalls einen zusätzlichen Motivationsschub geben, während die Niederlagen durchaus erklärbar waren. In der Ewigen Stadt kam mit abgewehrten Matchbällen gegen Shapovalov und dem Finalthriller gegen Dauerrivale Djoković zudem wieder sein unbändiger Kampfgeist hervor.

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Übernimmt die Next Gen jetzt das Kommando?

NEIN. Wer noch auf den lange herbeigeschworenen Generationenwechsel an der Weltspitze hofft, muss sich weiterhin gedulden. Die Statistik fördert zwar diesen Gedanken. Bei den vier Masters-Events vor dem Turnier in Rom waren sämtliche Finalisten nicht älter als 25 Jahre: Medvedev und Zverev in Paris-Bercy, Hurkacz und Sinner in Miami, Tsitsipas und Rublew in Monte Carlo sowie Zverev und Berrettini in Madrid.

infoDer Wind of Change über der Tenniswelt erweist sich vorerst als laues Lüftchen, trat doch Roger Federer bei keinem dieser ATP1000-Veranstaltungen an, Novak Djoković lediglich bei einem, Rafael Nadal bei zwei. Und in der italienischen Hauptstadt, auch von der Bedingungen her der ultimative Paris-Test, lieferten sich letztlich wieder Nadal und Djoković einen hochklassigen Showdown um den Titel.

Den einzig echten Gradmesser stellen ohnehin die Grand Slams dar. Und bei den Majors wartet die Next Gen, zu der sich ein US-Open-Champion Dominic Thiem mit seinen 27 Jahren kaum mehr zählen darf, auf ihren großen Augenblick.

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Soll man Daniil Medvedev auf Sand abschreiben?

Medvedev gewinnt die French Open
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JA. Es mag sich hart anhören, doch dürfte die Nummer zwei der Welt beim zweiten Grand Slam des Jahres keine wesentliche Rolle spielen, auch wenn Daniil Medvedev seine Ranglistenposition vermutlich halten wird. Dass er selbst eine Aversion gegen den körnigen Belag hegt, artikuliert der Russe genauso offen wie regelmäßig, so auch bei den ernüchternden Auftritten in Madrid und Rom.

Obwohl er 2019 in Monte Carlo in die Vorschlussrunde und in Barcelona ins Finale stieß, überstand der 25-Jährige in Roland Garros bisher noch keine Runde. Nach seiner Corona-Infektion im April muss er nicht nur wieder seine Physis in Schuss bringen, sondern auch sein Selbstvertrauen. Tendenziell wird dies erst im Sommersemester auf Rasen oder gar auf festem Untergrund im Herbst passieren.

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Ist Daryna Sabalenka jene Spielerin, die es zu schlagen gilt?

NEIN. Die Weißrussin ist unbestritten die Frau der Stunde und kletterte durch den bedeutendsten Titel ihrer Karriere in Madrid auf Rang vier im WTA-Ranking. Für Aryna Sabalenka, die sich in Spanien für die Finalniederlage von Stuttgart an Ash Barty revanchierte, kommt der Durchbruch auf roter Asche einigermaßen überraschend, hatte sie ja zuvor nie ihr Unbehagen auf Sandplätzen verheimlicht. Ihr Achtelfinal-K.o. in Rom gegen das US-Küken Cori Gauff sollte man nach den anstrengenden Vorwochen dabei nicht überbewerten.

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Sabalenka gewinnt die French Open:
8,00
7,00
7,90
8,50
8,00

Doch bevor die 23-Jährige neben Barty, Świątek, Halep, Muguruza oder sogar Serena Williams zum Kreis der Titelanwärterinnen gehievt wird, sollte man einen Blick auf ihre Major-Bilanz werfen. Nie schaffte es die Powerhitterin über ein Grand-Slam-Achtelfinale hinaus. Andererseits hat jeder spätere Superstar irgendwann den Schalter umgelegt.

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Geht Ashleigh Barty endlich als echte Nummer eins durch?

Barty gewinnt die French Open
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JA. Vom Beginn der Saison weg vermochte die Australierin zu überzeugen. Hielt sich Ashleigh Barty aufgrund der knallharten Reisebeschränkungen ihres Landes fast ein ganzes Jahr lang vom Tour-Geschehen fern, wendet sie in dieser Spielzeit die entgegengesetzte Strategie an und bleibt monatelang auf Achse. Das Ergebnis: Drei Turniersiege und ein Finale.

Bis zu der vermutlich der Müdigkeit geschuldeten Endspielniederlage gegen Sabalenka in Madrid, fegte die 25-Jährige dank ihrer fesselnden, variantenreichen und taktisch ausgeklügelten Spielanlage mit neun Siegen in Serie über die europäische Sandplatz-Saison hinweg. Und auch in Rom stürmte die einstige Cricketspielerin schier unaufhaltsam durch den Bewerb, ehe sie von einer Armverletzung gestoppt wurde.

Warum sie seit Paris 2019 keinen Grand-Slam-Titel mehr einfahren konnte? Seither hat Barty nur vier Majors bestritten. Nicht selten wurde in den letzten Monaten kritisiert, dass sie nur wegen des eingefrorenen Rankings an der Weltspitze thront, doch derzeit verdient das Energiebündel, das im Race to Shenzhen deutlich voran liegt, den Platz an der Sonne mehr als jede andere Akteurin.

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Gelingt Naomi Ōsaka der Durchbruch auf Sand?

Ōsaka gewinnt die French Open
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JEIN. Ein natürliches Wohlgefühl wird die Japanerin auf roter Asche kaum jemals verspüren, auch wenn sie hart an ihrer Beweglichkeit auf dem Belag gefeilt hat, wie an anderer Stelle auf diesem Portal erklärt wurde. Doch die Anpassungen schlugen bei den WTA1000-Turnieren in Madrid und Rom noch nicht in Ergebnisse um, wo Naomi Ōsaka insgesamt nur ein Match gewinnen konnte.

TennisballIhre kraftvollen Schläge erweisen sich auf Sand weniger effektiv als auf schnellen Courts. In Paris musste die 23-Jährige stets in der ersten Woche die Koffer packen, ein Sieg über eine Top-20-Spielerin fehlt ihr noch auf staubigem Boden.

Andererseits agiert der viermalige Grand-Slam-Champion auf Hartplatz zu dominant, um nicht auch auf Sand reüssieren zu können. Selbst Serena Williams und Maria Scharapowa mussten erst nach vielen gescheiterten Anläufen lernen, die Asche zu zähmen. Ōsaka hat sich ebenfalls dieser Mission verschrieben. Die Ungewissheit, ob es ihr tatsächlich gelingt, macht die Herausforderung umso interessanter.

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Wettquoten von 18.05.2021 – Bitte beachte, dass die Quoten der Buchmacher sich laufend ändern können / Der Quotenvergleich ist nur eine Auswahl der Redaktion / Es gelten die AGBs der Anbieter / Wetten erst ab 18+ / Alle Angaben ohne Gewähr

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Autor: Tobi
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